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Vorwort

Die Ausstellung U baro drom - Der lange Weg - La lunga strada , in der Bozner Stadtgalerie ist den Sinti und Roma gewidmet. Während die Zigeuner oft nur als „soziale Frage” behandelt werden, haben wir ihre Geschichte und ihre Kultur darstellen wollen.
Es handelt sich um eine lange, tausendjährige Geschichte und eine vielgestaltige, reiche Kultur, die seit Jahrhunderten mit der Kultur der „Sesshaften” im Abendland verflochten ist. Und eben diese Tatsache verleiht der Ausstellung, die die Stadtverwaltung mit Enthusiasmus vorbereitet und ausgerichtet hat, eine große kulturelle Valenz. Ohne Vorurteile und ohne engstirnigen Moralismus ist die Ausstellung einzig mit dem Ziel organisiert worden, den Besucher mit einer Welt bekannt zu machen, mit der er sonst nur im Schutz des Mythos oder des Misstrauens in Berührung kommt.
Auf diesem “Weg” war auch dieses Mal wieder die Zusammenarbeit mit dem Schulamt der Autonomen Provinz Südtirol von grundlegender Bedeutung; denn es hat die Herausgabe dieser Publikation ermöglicht, die sich vor allem an Schulen, Schüler und Lehrer wendet, aber wertvolles Material auch für alle anderen enthält, die, um mehr zu erfahren, gemeinsam mit uns ein Stück dieses “langen Wegs” gehen wollen.
Unser Dank gilt schließlich allen Museen, Bibliotheken, Archiven und Privatpersonen, die uns bei den Bildrecherchen unterstützt haben, und den Institutionen, die uns die in der Ausstellung gezeigten Originalwerke ausgeliehen haben: das Istituto Nazionale per la Grafica, Rom; das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck; die Biblioteca Civica, Belluno; das Otto-Pankok-Museum in Drevenack in der Person von Frau Eva Pankok.


Der Stadtrat für Kultur und Schauspiel
der Stadt Bozen
Dr. Sandro Repetto

Die Ausstellung U baro drom - Der lange Weg - La lunga strada , die vom Assessorat für Kultur und Schauspiel der Stadt Bozen in der Stadtgalerie ausgerichtet wird, ist eine große, gewichtige Gelegenheit für die Schulen: Während sie auf der einen Seite als kulturelle Synthese der Arbeit angesehen werden kann, die Lehrer und Schüler, Sozialbetreuer, interkulturelle Vermittler und Familien seit Jahren mit Begeisterung und Eifer im Rahmen der interkulturellen Projekte verrichten, vermittelt sie auf der anderen Seite wertvolle Instrumente zum Verständnis über die Art und Weise, wie die Zigeuner, die Sinti und Roma, im Laufe der Jahrhunderte in der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik Europas dargestellt worden sind.
Unsere Schulen sind seit langem eine Stätte der Begegnung und der Aufnahme von Kindern und Erwachsenen, die andere Sprachen sprechen, andere Kulturen besitzen und andere Bräuche pflegen. Aus dem Wunsch heraus, neue Wege zu experimentieren, haben wir in Bozen von den Siebzigerjahren an mit Ernsthaftigkeit und Kohärenz, mit Professionalität und Begeisterung den langen Weg des gemeinsamen Erfahrens, des Sich-Kennen-Lernens und des Sich-Verstehens unternommen, sind dabei einen Teil des Lebenswegs gemeinsam gegangen. Und eben aus dieser gemeinsamen Erfahrung heraus können tiefe Unterschiede, die manchmal unüberwindliche Mauern darzustellen scheinen, zu einem fliegenden Teppich werden, wie wir ihn aus den Märchen kennen.
Der überraschte und zugleich neugierige Blick der Kinder der Welt angesichts der Komplexität der Wirklichkeit, der Divergenzen und der Differenzen verwandelt sich in diesen fliegenden Teppich , der den Erwachsenen und den Erziehern helfen kann, das Kind in sich zu entdecken und zumindest für einen Augenblick in die farbige Welt der Märchen zurückzukehren, wo das Sonderbar-Merkwürdige eine Qualität und die Unterschiedlichkeit eine Gabe ist, wo die verkehrten Welten verzauberte Stätten sind, die es zu entdecken gilt und in denen man außergewöhnliche Abenteuer erleben kann. Hier wird die Musik zu einer universellen Sprache, die trotz allem noch Lebensfreude auszudrücken vermag, und zugleich - im Bewusstsein der Hinfälligkeit des menschlichen Wesens - zu einer melancholisch-wehmütigen Sprache. Auf diese Weise lebt die Schule Tag für Tag vor, wie die Unterschiede zu einem Reichtum und einer Lebenserfahrung für alle werden können.
Mein herzlichstes Dankeschön an alle AutorInnen und Mitarbeiter und an die Sinti- und Roma-Familien, die diese Arbeit und diese Ausstellung angeregt haben.


Der Hauptschulamtsleiter Bozen
Prof. Bruna Visintin Rauzi

EMScuola Lab*doc storia/Geschichte, Via del Ronco 2, I-39012 Bolzano, tel.:0471/4114 62-60 Contattaci